San Pedro de Atacama oder wo gibts hier Sauerstoff!!!
10 09 2010Der nördlichste Punkt unserer Reise durch Chile ist wohl eines der Highlights des Landes dass mit einer so ungewöhnlichen Kulisse aufwartet die uns bis her nur im Inneren von Autralien und Neuseeland begegnet ist. Der Ort selbst ist ein kleiner Wüstenort mit gerade einmal 5000 Einwohnern und keinem einzigen zweistöckigem Gebäude. Eigentlich wär hier wohl der Hund begraben würde die Natur hier nicht ihren ganz speziellen Zauber abhalten und eine einmalige Stimmung erschaffen. Aber um dies alles erst einmal genießen zu können muss man sich aklimatisieren denn der Ort liegt auf einer Ebene von 2443 m. Dies hört sich am Anfang vielleicht nicht viel an aber findet mal in Deutschland eine Schlafstätte auf dieser Höhe. Und dies ist erst der Anfang denn rund herum erheben sich die Berge und Vulkane, die bis auf 5920 Meter in den Himmel ragen. So war ein wenig Ruhe angesagt, was garnicht so leicht ist wenn man unter 3Dutzend Touranbietern sich erst einmal entscheiden muss. So machten wir uns zu 4 (Sorry, ganz vergessen die Holländer waren natürlich mit von der Patie und zusammen bildeten wir eine temporäre Reisegruppe) auf um uns die besten Informationen zu sammeln und die Preise zu vergleichen.
Nach vielem hin und her und diskutieren brummte uns der Schädel und wir kamen zum Schluss ein 4 Touren Angebot zu nehmen, dass uns zu allem Sehenswerten auf der chilenischen Seite führen sollte. Denn was ich noch nicht erwähnt hatte ist dass wir uns gegen die von vielen so gehasste oder geliebte Salzwüstentour nach Bolivien entschieden hatten die uns in 4 Tagen von der Atacamawüste über die Berge bis in die Salar de Uyuni geführt hätte der größte Salzsee der Welt (mei beim nächsten mal halt!!!!). Dafür sollten wir aber auch so auf unsere Kosten kommen.
So aber jetzt weiter mit unserer Tour, also der erste Tag ging mit Planung und Absprache drauf, am 2 fanden wir dann eine Lösung und um 3 Uhr Nachmittags ging es dann schon los zur ersten Tour in die Salzebene der Atacama wo wir 2 Lagunen besuchten. Auf dem Weg wurden wir dann erst einmal ganz schön auf der Rallypiste durchgeschüttelt und durch einen Deppen der mit einem normalen Auto eine Sandstraße langfahren wollte aufgehalten. So kamen wir ein wenig spät an die Lagunen wo es eigentlich nicht viel zu sehen gab bis auf die schöne Umgebung. Zum Sonnenuntergang gab es dann noch Piscosauer (Pisco ist so was wie Grappa) und tolle Bilder. Leider war die erste Tour nicht ganz so der Burner, die Fahrt war höllisch, der (die) Guide war naja und die anderen Leute ok. Aber man soll ja den Tag nicht vor dem Abend miesmachen!!!!
Am 2 Tourtag kam es dann ganz Dicke, aufstehen um halb 4, ja halb 4, kein Scherz und dann in eises Kälte ab in den Bus und schlafen bis man dann so kurz nach 7 an der Sehenwürdigkeit ankam. Und ja, wegen was steht man so früh auf und weswegen??? Für das größte Geysierfeld der Erde (haben die glaube ich wenigstens gesagt!!!), dass auf schlappen 4500 Metern liegt und wir somit nicht nur mit den unangenehmen 18 Grad Minus kämpfen mussten sondern auch noch mit den Auswirkungen der beträchtlichen Höhe. So rannten wir frierend, mit Kopfweh und Übelkeit unserem Guide hinterher und versuchten doch noch was von seinen Erläuterungen mit zu bekommen. Und was man allen die hier kurz vor Sonnenaufgang in die Berge kamen genau ansehen konnte war eins, wann kommt endlich die verdammte Sonne über diesen blöden 5000 Meter Vulkan drüber und schenkt uns ein wenig Wärme. Aber man muss schon sagen dieser Ort ist ganz besonders, nur Schade dass die Geysiere (ach stellt euch nur nich die Wassersäulen wie im Yellowstone vor, hier kommt nur Dampf raus und ein wenig Wasser) halt am aktivsten am Morgen sind, da sie durch die plötzlich rapide steigenden Temperaturen angeregt werden. So war als die Sonne rauskam und wir die Füße am warmen Dampf erwärmt hatten alles schon nicht mehr so schlimm, auch wenn Marina ganz schön mit der Höhe zu kämpfen hatte (also zur Info der Mount Blanc ist mit 4800 Metern der höchste Berg Europas, nur so zum Vergleich!!!???). Nach dem Frühstück mit vom Dampf erwärmten Kaba und Tee (mhhh Kokatee gegen die Höhe, aber keine Angst hat keine Drogenwirkung, dazu aber mehr in Bolivien!!!) ging es dann wieder ein wenig runter auf 4200 in ein kleines Dorf wo ich dass erste ,mal lecker Alpaca aß und Marina einen Kräutertee gegen die Höhe bekam. Dann noch zu ein paar Aussichtspunkten und einem Kaktusgebiet (ihr glaubt garnicht was man aus Kaktus so bauen kann) wo wir noch lustige Bilder schoßen.
Nach der Tour waren wir erst einmal fertig und ruhten uns aus, denn es sollte am Nachmittag schon mit dem Programm weitergehen.
Nächstes Highlight war dass sogenannte Moonvalley (mhh haben hier die Amis die Mondlandung gedreht???) wo wir mit dem gleichen Guide vom Morgen (ein echt toller Typ) und seinem Assistenten (der Deutsch sprach) viel Spass hatten. Hier gab es unglaubliche Felsformationen und Strukturen zu bewundern die beim Entstehen der Anden geschaffen wurden. Berge aus Salz, Dünen, Felsen, Schluchten, Höhlen und vieles vieles mehr dass einen ständig denken lässt man wäre auf dem Mars (passt bei der Farbe besser) und gleich kommt der Rover vorbei und entdeckt einen, einfach spektakulär und wohl einzigartig. Ach es gab natürlich auch viel zu lernen bei dieser Tour, da unser Guide alles über das Entstehen der Gegend wusste und uns alles darüber erzählte (abgefragt wurden wir auch noch!!???). Na wie sind denn die Anden so entstanden??? Wer hat auf gepasst???. Nein, nein war alles super und total informativ wie die Natur sowas zu stande bekam. Eine Kulisse wie aus einem Film, nur schöner. Der Abschluß bildete wieder der Sonnenuntergang mit Bick auf die Anden und zur bolivischen Grenze.
Nun hab ich ganz vergessen was zu erwähnen, den Himmel. Denn der Himmel hier ist was ganz besonderes. Er ist so blau wie nirgendswo anders in der Welt und so klar in der Nacht wie im Planetarium. Ihr werdet jetzt denken ich übertreibe, aber es ist wirklich so, durch die Höhe der Ebene und der geringen Besiedelung der Gegend ist hier in der Atacama der Himmel einzigartig klar. Darum wird hier auch gerade ein neues Fenster zu den Sternen errichtet für mehrere Milliarden Dollar und auch die Deutschen bauen fleisig mit. So hat man Tags wie Nachts ein erhabenes Gefühl wenn man nach oben schaut. Ganz besonders war es als die ganze Gegend Nachts Stromausfall hatte und wir im Garten die Sterne bewundern konnten, ein Traum.
Die letzte Tour führte uns nochmals zu verschiedenen Lagunen und in den Salzsee der Atacama. Besser gesagt, lag die erste Lagune im Salzsee der Atacama, der im gegensatz zu dem in Uyuni (oder in den USA) nicht eben und fast glatt ist sondern eher wie riesen Kornflakes aussieht die man gemischt mit Zuckerglasur auf dem Boden ausgebreitet hat. Hier konnten wir den Flamingos zuschauen die hier in den Lagunen auf der jagt nach Krebsen sind. Also wer wissen will welche Krebse hier wohl leben bei diesem Salzwasser kennt hoffentlich das YPS Heft, denn da gab es die kleinen Krebse ab und zu. Einfach ein tolles Bild war dass, Lagune, Salzsee, Flamingos, Anden und der extrem blaue Himmel ließ die Zeit nur so verfliegen. Dann ging es weiter, erst zu einer Oase in einer Schlucht die in all der Odnis schon surreal wirkte und dann ab in die Höhe auf in die Berge zur Lagune am Fuß der Vulkane auf 4300 Metern, mit tollen Ausblicken und klasse Fotomotiven. Denn hier hat alles eine atemberaubende Farbe von all den Mineralien die hier so vorkommen. Der Abschluß bildete diesmal ein leckeres Essen mit sehr ungewöhnlichen Zutaten, leider war einfach nicht raus zubekommen was wir da genau bekommen hatten aber es war lecker und das beste Essen was wir in Chile bekamen.
Der Rest des Tages konnten wir dann zum Gück ausruhen, was wir auch nötig hatten, da anschließend eine mörderische Busfahrt von 23 Stunden auf dem Plan stand die uns gerade einmal an ein Zwischenziel führen sollte.
Und wir mussten uns vorübergehen von unseren so lieb gewonnenen Holländer verabschieden die nach Argentinien weiterzogen.
So reisten wir ein wenig erschöpft von all den Touren aber mit unvergesslichen Eindrücken weiter, wieder zurück in Richtung Santiago.










Danke an alle die uns was zu sagen haben